Freitag, August 18, 2006

Die Tempel Angkors

Die letzte Woche hier war anstrengend. Fünf Prüfungen in fünf Tagen, jede Prüfung immer gleich drei Stunden und vor und nach den Prüfungen immer noch das Gelerne auf die folgenden Prüfungen. Da ist auch dem Thomas hier in seinem Lotterleben mal der Spaß vergangen. Man sollte vielleicht nicht direkt vor einer solchen Woche noch auf Hochzeiten fahren. Aber am Freitag war alles vorbei und noch am gleichen Abend ging es dann natürlich ins Pub, wo ich mit meinen Thais bis in die Nacht feuchtfröhlich gefeiert habe. Vom Pub aber nicht wie sonst zum Essen oder zum Rausch ausschlafen, sondern direkt, zusammen mit Woody zum Busterminal, Abfahrtszeit für unseren Bus nach Kambodscha war vier Uhr in der Nacht. Am Terminal wartete auch schon der Rest unserer Reisegruppe. Alles in allem waren wir sieben Amis (Preston, Jessie, Travis, Magon, Steph, Christine, Will), zwei Finnen (Toni, Vesku), zwei Thais (Woody, Cha), ja und ich (Thomas). Die Schlange am Busterminal war allerdings so lang, dass aus dem vier Uhr der fünf Uhr Bus wurde, auch egal. Schon nach etwas mehr als vier Stunden haben wir die letzte thailändische Stadt vor der Grenze (Aranyaprathet) erreicht und damit an Kilometern gemessen eigentlich den Großteil unseres Weges hinter uns, aber nicht an Zeit. Zunächst mal ging es jetzt mit Tuk Tuks zur Grenze. Die Grenzüberquerung zog sich dann allerdings schon hin. Vor allem weil unsere Thais sich nicht an den Ausländerschaltern anstellen konnten, da war nämlich niemand. Aber nach zwei Stunden haben wir auch das geschafft und waren allesamt mit kambodschanischen Visen (übrigens das schönste das ich je hatte) ausgestattet über der Landesgrenze. Übrigens wird der Bereich zwischen der thailändischen und der kambodschanischen Grenze zum Glücksspiel genutzt, das ist in Thailand nämlich verboten. Deshalb reiht sich dort ein Kasino ans andere. Jetzt kam der aufregendste Teil der Anreise. Nach Siam Riep (dort sind die Tempel Angkors) sind es von der Grenze noch ca. 150 km. Daher mieteten wir uns Taxis, die uns dahin bringen sollten. Für diese 150 km brauchten unsere Taxis so ungefähr sechs (!!!) Stunden. Die „Straßen“ in Kambodscha muss man gesehen haben. Zunächst mal natürlich nicht geteert, sondern nur aus plattgewalzter Erde und Schlaglöcher, wie ich sie nicht kannte. Man kann sich vorstellen, was das gerappelt hat im Taxi. Trotzdem habe ich jede dieser sechs Stunden genossen. Kambodscha ist landschaftlich wunderschön und auch was sich da alles auf dieser „Straße“ herumgetrieben hat, war für mich oft unvorstellbar. Ich hing diese sechs Stunden mit offenem Mund am Fenster.

Der Abend ist schnell erzählt. So um sechs kamen wir im Hotel an, sind dann noch in ein Restaurant und alle zeitig ins Bett. Gut so, denn um vier Uhr in der Nacht mussten wir schon wieder raus, da wir Angkor Wat bei Sonnenaufgang sehen wollten und Sonnenaufgang war um halbsechs. Die Tempel von Angkor erstrecken sich über ein Areal von 300 km², um alles zu besichten bräuchte man sicher einen Monat. Da wir allerdings nur einen Tag hatten, blieb uns nichts anderes übrig, als ein paar Rosinen herauszupicken. Aber auch das hat gereicht. Diese Tempel sind so das beeindruckenste was ich je gesehen habe. Da war es auch vollkommen egal, dass es den ganzen Tag scheiß heiß war und wir wegen Wolken sowohl um unseren Sonnenauf- als auch unseren Sonnenuntergang gebracht wurden. Die Wolken hatten auch ihr gutes, ohne sie wäre es ja noch heißer gewesen. Für den ganzen Tag hatten wir uns eigens einen Minivan samt Chauffeur gemietet, der uns nacheinander zu den verschiedensten Tempeln gefahren hat. So manche machen das auch mit dem Fahrrad, ich hätte aber nicht tauschen wollen.

Der Abend ist wieder schnell erzählt. Duschen, essen, ach ja und kubanische Zigarren haben wir geraucht. Und das war vor allem für die Amis was ganz besonderes, können sie sich die doch in Amiland nicht kaufen. Überhaupt habe ich für mich ein neues Hobby entdeckt. Vor allem mit den Finnen hatte ich einen riesen Spaß daran, mich in Anwesenheit der Amis über deren Land, deren Politik und deren Spinnereien an sich zu unterhalten.

Am nächsten Tag ging es dann wieder zurück, also noch mal ins Taxi, noch mal ins Tuk Tuk und dann mit den Bus wieder heim. So hatte ich mal wieder ein Wochenende, das ich bestimmt nie vergessen werde.

1 Comments:

Anonymous Anonym said...

Du erlebst ja echt spannende Sachen!! Klingt ganz schoen anstrengend dein Programm :-) ich kann es jedenfalls nicht erwarten in einem Jahr auch dort reisen zu koennen, merk dir mal die schoensten Sachen und schieb die besten Tipps rueber!

Gruesse aus Sydney

Till

5:07 AM  

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