Trauer in Thailand
Vorne weg: Gerade war ich mit Frank und Christine (zwei Deutschen hier) essen und da meinte Frank plötzlich: „Heute Mittag war es ja mal wieder so was von heiß! Und wisst ihr, ich wusste schon die ganze Zeit, dass ich dieses Gefühl irgendwoher kenne. Heute ist es mir eingefallen. Kennt ihr das, wenn man in ein Auto einsteigt, dass den ganzen Tag in der Sonne gestanden hat?“ Irgendwie eine ziemlich treffende Beschreibung.
Jetzt der traurige Teil. Unsere Jungs verlieren das Halbfinale und das obwohl wir ihnen hier so die Daumen gehalten haben, mal wieder bis fast fünf Uhr morgens. Diesmal haben wir uns dafür entschieden das Spiel in meinem Zimmer zu verfolgen. Insgesamt waren wir dann vier Deutsche, zwei Finnen und zwei Thais. Alle acht waren wir für Deutschland, gebracht hat es aber nichts. Und dabei wollte ich doch heute meinen Englischlehrer ärgern, dass seine Jungs schon raus sind. Stattdessen kommen jetzt ständig die Thais zu mir gerannt und wollen von mir wissen, wie das den bloß passieren konnte. Tja ich weiß es nicht. Es fehlten ja nur zwei Minuten und im Elfmeterschießen hätten wir die Pizzafresser weggehauen.
Letzten Mittwoch gab’s hier ein Großereignis. An meiner Uni wurde ein neues Gebäude eröffnet und dafür wurde eigens die Prinzessin Sirindhorn eingeladen. Und glaubt mir, wenn hier irgendwo Mitglieder der Königsfamilie auftauchen, fangen die Thais an verrückt zu spielen. Die Ankunft der Prinzessin war für 9:30 vorgesehen, spielt aber keine Rolle. Wer mit dabei sein wollte, musste schon um 7.00 dort sein. Puh, also um 6:00 aufstehen. Aber was tut man nicht alles. Noch dazu war das Tragen der formellen Uniform angesagt. Für mich bedeutete das noch zusätzlich ein langes weißes Hemd, der Thammasat Gürtel, die Thammasat Krawatte, schwarze Schuhe und Hemd in die Hose. An den ganzen Kram muss man erst mal rankommen. In der Nacht davor hat mir Frank noch den Gürtel zusammengebaut und die Krawatte gebunden. Für die Mädels war vor allem nicht der sonst übliche Mini, sondern der lange Rock angesagt. So standen wir dann da für über zwei Stunden schön in einer Reihe entlang dem roten Teppich. Aber wir mussten ja noch üben wie man sich vor einer Prinzessin verbeugt, ach ja und eine Thailandfahne zum wedeln hat auch jeder bekommen. Und als sie dann kam, eine große Kapelle war natürlich auch da, ging alles ganz schnell. Wedeln, verbeugen und weg war sie. Wofür man nicht alles um 6:00 aufsteht und zwei Stunden mit voller Montur in der Hitze rumsteht. Insgesamt habe ich die Prinzessin an diesem Tag sogar viermal gesehen, noch einmal als sie eine Stunde später aus dem Gebäude wieder rauskam und dann ist sie doch auch noch zweimal draußen vor dem Campus vorbeigefahren. Und immer standen wir da, in Reih und Glied, wedelten und verbeugten uns artig. Die ganze Prozedur dauerte bis 13:30. Dafür gab es aber das Rundumsorglospaket. Schon morgens auf der Hinfahrt gab es Frühstück, später auch Mittagessen und Getränke eh die ganze Zeit. Und alles für umsonst. Wofür habe ich jetzt eigentlich gewedelt? Fürs Essen oder für die Prinzessin? Egal, irgendwie war der Tag schon lustig.
Am 4. Juli wurde mir auch noch eine weitere Ehre zuteil. Eine amerikanerische Austauschstudentin hier (Steph) hat mich ins Grapevine (eigentlich ein Christentreffen) eingeladen, um mit ihr und anderen den Independence Day zu feiern. Ich auf einem Christentreffen. Steph hat mich übrigens auch was mein Englisch betrifft wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgebracht. Sich mit einer waschechten Amerikanerin, noch dazu mit Südstaatenakzent zu unterhalten ist doch ne Schippe schwerer als mit anderen Austauschstudenten oder den Thais. So christlich war das Treffen dann auch gar nicht, eigentlich überhaupt nicht, waren dort doch neben zehn weiteren Amis auch 15 Thailänder, die ganz bestimmt keine Christen waren. Auch so war dieser Abend (zumindest dieser Teil, danach kam das Deutschlandspiel) wirklich lustig. Wir haben viel gespielt, gesungen und auch das Essen war ok (Hot Dogs).
Auch das kommende Wochenende (vier Tage, hier gibt’s mal wieder Feiertage) hat es mal wieder in sich. Ich werde mal wieder zwei Tage bei Sunny pennen. Am Freitag gibt es irgendeine besondere Party, den Samstag einiges in Bangkok zu tun, am Sonntag mit dem Boot zu einem Tempel und anschließend zu einer Insel auf einem See und Montag, Dienstag mit anderen Austauschstudenten nach Kanchanburi um einen der Nationalparks mit dem angeblich schönsten Wasserfall zu besichtigen.
Liebe Grüße nach Deutschland und bitte nicht zuviel trauern.
Jetzt der traurige Teil. Unsere Jungs verlieren das Halbfinale und das obwohl wir ihnen hier so die Daumen gehalten haben, mal wieder bis fast fünf Uhr morgens. Diesmal haben wir uns dafür entschieden das Spiel in meinem Zimmer zu verfolgen. Insgesamt waren wir dann vier Deutsche, zwei Finnen und zwei Thais. Alle acht waren wir für Deutschland, gebracht hat es aber nichts. Und dabei wollte ich doch heute meinen Englischlehrer ärgern, dass seine Jungs schon raus sind. Stattdessen kommen jetzt ständig die Thais zu mir gerannt und wollen von mir wissen, wie das den bloß passieren konnte. Tja ich weiß es nicht. Es fehlten ja nur zwei Minuten und im Elfmeterschießen hätten wir die Pizzafresser weggehauen.
Letzten Mittwoch gab’s hier ein Großereignis. An meiner Uni wurde ein neues Gebäude eröffnet und dafür wurde eigens die Prinzessin Sirindhorn eingeladen. Und glaubt mir, wenn hier irgendwo Mitglieder der Königsfamilie auftauchen, fangen die Thais an verrückt zu spielen. Die Ankunft der Prinzessin war für 9:30 vorgesehen, spielt aber keine Rolle. Wer mit dabei sein wollte, musste schon um 7.00 dort sein. Puh, also um 6:00 aufstehen. Aber was tut man nicht alles. Noch dazu war das Tragen der formellen Uniform angesagt. Für mich bedeutete das noch zusätzlich ein langes weißes Hemd, der Thammasat Gürtel, die Thammasat Krawatte, schwarze Schuhe und Hemd in die Hose. An den ganzen Kram muss man erst mal rankommen. In der Nacht davor hat mir Frank noch den Gürtel zusammengebaut und die Krawatte gebunden. Für die Mädels war vor allem nicht der sonst übliche Mini, sondern der lange Rock angesagt. So standen wir dann da für über zwei Stunden schön in einer Reihe entlang dem roten Teppich. Aber wir mussten ja noch üben wie man sich vor einer Prinzessin verbeugt, ach ja und eine Thailandfahne zum wedeln hat auch jeder bekommen. Und als sie dann kam, eine große Kapelle war natürlich auch da, ging alles ganz schnell. Wedeln, verbeugen und weg war sie. Wofür man nicht alles um 6:00 aufsteht und zwei Stunden mit voller Montur in der Hitze rumsteht. Insgesamt habe ich die Prinzessin an diesem Tag sogar viermal gesehen, noch einmal als sie eine Stunde später aus dem Gebäude wieder rauskam und dann ist sie doch auch noch zweimal draußen vor dem Campus vorbeigefahren. Und immer standen wir da, in Reih und Glied, wedelten und verbeugten uns artig. Die ganze Prozedur dauerte bis 13:30. Dafür gab es aber das Rundumsorglospaket. Schon morgens auf der Hinfahrt gab es Frühstück, später auch Mittagessen und Getränke eh die ganze Zeit. Und alles für umsonst. Wofür habe ich jetzt eigentlich gewedelt? Fürs Essen oder für die Prinzessin? Egal, irgendwie war der Tag schon lustig.
Am 4. Juli wurde mir auch noch eine weitere Ehre zuteil. Eine amerikanerische Austauschstudentin hier (Steph) hat mich ins Grapevine (eigentlich ein Christentreffen) eingeladen, um mit ihr und anderen den Independence Day zu feiern. Ich auf einem Christentreffen. Steph hat mich übrigens auch was mein Englisch betrifft wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgebracht. Sich mit einer waschechten Amerikanerin, noch dazu mit Südstaatenakzent zu unterhalten ist doch ne Schippe schwerer als mit anderen Austauschstudenten oder den Thais. So christlich war das Treffen dann auch gar nicht, eigentlich überhaupt nicht, waren dort doch neben zehn weiteren Amis auch 15 Thailänder, die ganz bestimmt keine Christen waren. Auch so war dieser Abend (zumindest dieser Teil, danach kam das Deutschlandspiel) wirklich lustig. Wir haben viel gespielt, gesungen und auch das Essen war ok (Hot Dogs).
Auch das kommende Wochenende (vier Tage, hier gibt’s mal wieder Feiertage) hat es mal wieder in sich. Ich werde mal wieder zwei Tage bei Sunny pennen. Am Freitag gibt es irgendeine besondere Party, den Samstag einiges in Bangkok zu tun, am Sonntag mit dem Boot zu einem Tempel und anschließend zu einer Insel auf einem See und Montag, Dienstag mit anderen Austauschstudenten nach Kanchanburi um einen der Nationalparks mit dem angeblich schönsten Wasserfall zu besichtigen.
Liebe Grüße nach Deutschland und bitte nicht zuviel trauern.

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