Mittwoch, Mai 24, 2006

Was fuer ein Tag

Gestern durfte ich - die letzten Tage bin ich noch drum herum gekommen - Sun und seiner Familie bei der Arbeit "helfen". Dies bedeutete zunächst mal früh aufstehen, denn die zwei Schweine werden früh angeliefert. Diese waren zwar bereits tot, sonst waren es aber wirklich noch komplette Schweine. Nachdem alles aufgebaut war, begann Sun damit das Schwein zunächst längs auseinander- und dann nacheinander die Organe herauszuschneiden. Glaubt mir, gestern hatte ich verdammt lange keinen Hunger. Während Sun das Schwein so nach und nach in seine Einzelteile zerlegte (ein wahres Kunstwerk, wie ich finde), Kümmerte sich seine Mutter um die Organe und seine Schwester kochte irgendwelches Fettzeug aus, um Öl zu machen. Schnell stellte sich heraus, dass ich keine wirkliche Hilfe war, da meine Talente nicht gerade im Schweine schlachten liegen. Ich packte dann ab und an mal was in die Tüten, zum zumachen dieser war ich dann allerdings schon wieder zu ungeschickt. Nach ungefähr vier Stunden war die erste Arbeit erledigt und das komplette Schwein - zerlegt in seine Einzelteile - in große Behälter voller Eis verstaut. Dann gab es Mittagessen. Essen ist in Thailand immer sehr wichtig und darum jedes Mal ein Festmahl. Nach dem Essen machten wir uns auf zu einem Markt, denn das Fleisch musste je auch noch verkauft werden. Und das funktioniert in Thailand so, dass man eben zu irgendeinem (davon gibt es hunderte) Mark fährt, einen Tisch aufstellt, dass ganze Fleisch darauf legt (natürlich ohne es zu kühlen und das bei 35 Grad) und dann auf Käufer wartet. Und die Käufer zeigen dann nicht auf ein bestimmtes Fleisch und sagen wie viel sie davon haben wollen, nein in Thailand ist es normal, dass erst mal alles angefasst wird, genauestens begutachtet wird, um es dann möglicherweise zu kaufen. Ich, wie sollte es auch anders sein, konnte eigentlich nicht wirklich helfen. Ich habe dann ab und an die Fliegen weggewedelt und laut „mo mai khrap“ (Heißt so viel wie „Wollen sie Schwein“)gerufen. Die restliche Zeit saß ich aber meistens nur in meinem Liegstuhl, war aber trotzdem die große Attraktion des Marktes. Von überall her kamen Leute, die mir irgendwas sagten, mir Geschenke machten und am allerliebsten mich irgendetwas probieren ließen und sich alle riesig darüber freuten wenn ich ein thailändisches Wort sagte. So wurde mir eigentlich nie langweilig und ich hatte am Ende einen Haufen neues Zeug, vor allem viel zum Essen, aber auch z.B. ein Kinderbuch zum Lernen der Thailändischen Buchstaben. Betrunken war ich auch, da ich natürlich auch ständig mittrinken musste. So gegen halbzehn wurde dann zusammengeräumt und wir fuhren wieder nach Hause, wo es dann gleich wieder viel zu essen gab. Ich konnte dann nichts mehr essen, da ich ja schon den ganzen Tag nichts anderes gemacht habe. Für mich war es jedenfalls mal wieder ein unglaublich aufregender Tag.
Zum Schluss will ich einfach mal gesagt haben, wie unglaublich nett hier alle zu mir sind. So nett, dass es mir oft sogar peinlich ist. Obwohl ich ständig der einzige bin, der nicht am Arbeiten ist, wird mir ein Stuhl hingestellt, der Ventilator in meine Richtung gedreht oder mir ständig etwas zum Essen oder zu trinken gebracht. Ich fühle mich manchmal fast wie ein König.


Bis bald,
Thomas