Sonntag, Juli 30, 2006

Sonja und Anja in Bangkok

Letzten Freitag gab es mal wieder Besuch für mich aus Deutschland. Und natürlich habe ich Sonja und Anja am Flughafen abgeholt. Von dort ging es mit dem Shuttle Service zu deren Hotel, dem Royal Princess. Was für ein Luxusschuppen. Aber zum Wesentlichen. Da die Mädels nur zwei Tage Stopover hier in Bangkok machten, bevor es weiter nach Australien ging, erwartete sie ein strammes Programm. Nachdem ich ihnen so ungefähr eine halbe Stund zum Duschen und Erholen im Hotel gegönnt hatte, habe ich sie dann anschließend durch diverse Shoppingmalls (Siam Centre, Siam Paragon, MBK) geschleift. Anschließend ging es dann weiter ins Pub. Ich hatte Sonja viel Whiskey versprochen und den sollte sie haben. Also wurde bis in die Nacht getrunken, getanzt und gesungen. Auch der nächste Tag sollte nicht weniger anstrengend werden. Nachdem ich sie schon früh am Hotel abgeholt habe, ging es nacheinander in den Grand Palace, Wat Pho inklusive Thai Massage in der berühmtesten Massageschule Thailands (Sonja: „Seit Wochen habe ich mich nicht mehr so gut gefühlt“), Bootsfahrt auf dem Chao Phraya und anschließend auf den Chatuchak Market. Als wir dann nach diesem Mammutprogramm wieder zu einem Kaffee im Siam Centre saßen, haben die zwei beschlossen, nicht mehr mit ins Pub zum feiern zu gehen. Warum bloß?

Sonntag früh um acht waren die zwei dann auch schon wieder weg und sie sind mittlerweile auch schon wohl in Sydney angekommen.

Seit Montag kann ich meine Freizeit nicht mehr ganz so genießen wie bisher und am Mittwoch habe ich sogar schon mal für eine halbe Stunde in eines meiner Skripte geschaut. Übernächste Woche, also so in 10 Tagen, gibt es hier Examination week. D.h. für mich 5 Prüfungen in einer Woche. Und zu allem Überfluss bin ich das Wochenende davor auf einer Hochzeit eingeladen und für drei Tage irgendwo im Osten Thailands. Und glaubt mir, es fällt mir hier echt verdammt schwer mich zum Lernen zu motivieren.

Donnerstag, Juli 20, 2006

Schon wieder 10 Tage vergangen

In den letzten zehn Tagen ist schon wieder so viel passiert, es ist leider unmöglich das alles aufzuschreiben. Vorletztes Wochenende war ich mit meinen Thais auf dem sog. „Nine Temple“ trip. Ich dachte zuvor immer wir werden halt zu einem Tempel fahren der so heißt, so war es aber nicht. Die haben sich tatsächlich ein Boot gemietet und dieses hat uns nacheinander zu neun verschiedenen Tempeln gefahren. Und bei jedem dieser Tempel kam es eigentlich immer zur ungefähr gleichen Prozedur. Zuerst kurz anschauen, dann beten und zuletzt vom Mönch segnen lassen. Und gerade das letzte war für mich doch immer wieder aufregend. Wir saßen dann immer gemeinsam vor dem Mönch während dieser Gebete gesprochen hat, die Thais mussten auch immer gewisse Teile nachsprechen und zum Schluss wurde dem Mönch ein Eimer mit Essen und Haushaltskram übergeben, wobei jeder seine Hand auf einen anderen gelegt hat. Ach und danach wurde jeder von uns noch etwas mit Wasser bespritzt. Schon lustig.
da sitzen wir alle, der Mönch wird gleich direkt vor uns Platz nehmen

Auch sonst hat der Buddhismus unheimlich viele Bräuche, die wie ich finde alle wirklich schön sind. Für diese Tempeltour brauchten wir ungefähr einen halben Tag und nach dem Mittagessen ging es weiter auf eine Insel auf einem Fluss hier in der Nähe. Diese habe wir mit Fahrrädern umfahren, im
mer zwei auf einem Rad, eigentlich eine tolle Sache, nur ich war dummerweise ein Fahrer. Mann, das war mal wieder schweißtreibend, aber auch superlustig. Damit hatte es sich aber nicht getan. Anschließend ging es zum Abendessen und danach ins Kino. Pirates of the Caribean 2. Was für ein Tag und die nächsten beiden sollten nicht weniger aufregend werden. Gleich am Tag danach ging es mit anderen Austauschstudenten nach Kanchanaburi wo wir uns am Tag später den Eriwan Nationalpark anschauen wollten. Doch schon auf der Busfahrt wurde uns ein Komplettpaket für den nächsten Tag angeboten, bestehend aus der Besichtigung des Wasserfalls im Nationalpark am Vormittag und am Nachmittag Elefantenreiten, Bamboorafting, einer Zugfahrt, einer Höhle und der Besichtigung der berühmten Brücke am River Kwai. Bei so vielen Aktivitäten am nächsten Tag, habe wir den ersten Tag in Kanchanaburi ruhig ausklingen lassen. Schon um sechs saßen wir in einem wirklich schönem Restaurant, haben dort erst gegessen, dann getrunken und geratscht bis zwei, bevor wir in unseren Bungalows mitten auf einem Fluss ins Bett gefallen sind.

Der nächste Tag war dann auch wirklich beeindruckend. Vor allem der Wasserfall gehörte mit zu dem schönsten was ich je gesehen habe. Der Wasserfall erstreckte sich über sieben Etagen, eine schöner als die andere und bis man zur letzten gelangte, mussten wir über zwei Stunden klettern. Elefantenreiten war nicht so meins, super ungemütlich, aber immerhin bin ich jetzt glaube ich mit so jedem Tier geritten, auf dem man reiten kann. Bamboorafting war dafür wieder super genial, zumal wir auch neben dem Boot im River Kwai schwimmen durften. Ach ja und dann noch die Brücke, die berühmte River Kwai Brücke aus dem Film. Kann man sich schenken, ich habe bestimmt schon 1000 schönere Brücken gesehen. Aber geschichtsträchtig ist sie ja schon. Anschließend ging es mit einem Minivan zurück nach Bangkok.

Frank, Christine, Frauke, Josef, Mick und Ich

ein winzigkleiner Ausschnitt dieses wahnsinnigen Wasserfalls

Josef und Mick vor der doch so berühmten Brücke am River Kwai

Auch die letzten Tage hatten es in sich, vor allem gab es immer wieder Partys. Z.B. die große Jubiläumsfete in meinem Lieblingspub, dem Helo Pub und gestern auch Woodys Geburtstagsfeier. Und morgen kommen Sonja und Anja nach Bangkok, die hier bis Sonntag bleiben, um dann weiter nach Australien zu fliegen. Die können sich schon mal auf was gefasst machen.

Jetzt habe ich gleich English, total einfach für mich, aber trotzdem irgendwie mein Lieblingskurs. Zunächst mal mag ich den Lehrer, der kommt aus England und ist wirklich lustig und dann ist es auch immer wieder süß zu sehen wo die Thais ihre Probleme mit dem Englischen haben. Ganz andere Probleme als wir, vor allem mit der Aussprache. Wir üben dann z.B. immer die Ausprache des th, die von l und r oder die Betonung von ganzen Wörtern. Gestern habe ich mich mit einer Amerikanerin darüber unterhalten, die versteht zwei ihrer Professoren nicht und nennt deren Englisch Tenglisch, für Thai-Englisch. Ich habe eigentlich nur mit einem Professor Schwierigkeiten, aber der schreibt eh fast alles an die Tafel was er sagt.

Freitag, Juli 07, 2006

Trauer in Thailand

Vorne weg: Gerade war ich mit Frank und Christine (zwei Deutschen hier) essen und da meinte Frank plötzlich: „Heute Mittag war es ja mal wieder so was von heiß! Und wisst ihr, ich wusste schon die ganze Zeit, dass ich dieses Gefühl irgendwoher kenne. Heute ist es mir eingefallen. Kennt ihr das, wenn man in ein Auto einsteigt, dass den ganzen Tag in der Sonne gestanden hat?“ Irgendwie eine ziemlich treffende Beschreibung.
Jetzt der traurige Teil. Unsere Jungs verlieren das Halbfinale und das obwohl wir ihnen hier so die Daumen gehalten haben, mal wieder bis fast fünf Uhr morgens. Diesmal haben wir uns dafür entschieden das Spiel in meinem Zimmer zu verfolgen. Insgesamt waren wir dann vier Deutsche, zwei Finnen und zwei Thais. Alle acht waren wir für Deutschland, gebracht hat es aber nichts. Und dabei wollte ich doch heute meinen Englischlehrer ärgern, dass seine Jungs schon raus sind. Stattdessen kommen jetzt ständig die Thais zu mir gerannt und wollen von mir wissen, wie das den bloß passieren konnte. Tja ich weiß es nicht. Es fehlten ja nur zwei Minuten und im Elfmeterschießen hätten wir die Pizzafresser weggehauen.
Letzten Mittwoch gab’s hier ein Großereignis. An meiner Uni wurde ein neues Gebäude eröffnet und dafür wurde eigens die Prinzessin Sirindhorn eingeladen. Und glaubt mir, wenn hier irgendwo Mitglieder der Königsfamilie auftauchen, fangen die Thais an verrückt zu spielen. Die Ankunft der Prinzessin war für 9:30 vorgesehen, spielt aber keine Rolle. Wer mit dabei sein wollte, musste schon um 7.00 dort sein. Puh, also um 6:00 aufstehen. Aber was tut man nicht alles. Noch dazu war das Tragen der formellen Uniform angesagt. Für mich bedeutete das noch zusätzlich ein langes weißes Hemd, der Thammasat Gürtel, die Thammasat Krawatte, schwarze Schuhe und Hemd in die Hose. An den ganzen Kram muss man erst mal rankommen. In der Nacht davor hat mir Frank noch den Gürtel zusammengebaut und die Krawatte gebunden. Für die Mädels war vor allem nicht der sonst übliche Mini, sondern der lange Rock angesagt. So standen wir dann da für über zwei Stunden schön in einer Reihe entlang dem roten Teppich. Aber wir mussten ja noch üben wie man sich vor einer Prinzessin verbeugt, ach ja und eine Thailandfahne zum wedeln hat auch jeder bekommen. Und als sie dann kam, eine große Kapelle war natürlich auch da, ging alles ganz schnell. Wedeln, verbeugen und weg war sie. Wofür man nicht alles um 6:00 aufsteht und zwei Stunden mit voller Montur in der Hitze rumsteht. Insgesamt habe ich die Prinzessin an diesem Tag sogar viermal gesehen, noch einmal als sie eine Stunde später aus dem Gebäude wieder rauskam und dann ist sie doch auch noch zweimal draußen vor dem Campus vorbeigefahren. Und immer standen wir da, in Reih und Glied, wedelten und verbeugten uns artig. Die ganze Prozedur dauerte bis 13:30. Dafür gab es aber das Rundumsorglospaket. Schon morgens auf der Hinfahrt gab es Frühstück, später auch Mittagessen und Getränke eh die ganze Zeit. Und alles für umsonst. Wofür habe ich jetzt eigentlich gewedelt? Fürs Essen oder für die Prinzessin? Egal, irgendwie war der Tag schon lustig.
Am 4. Juli wurde mir auch noch eine weitere Ehre zuteil. Eine amerikanerische Austauschstudentin hier (Steph) hat mich ins Grapevine (eigentlich ein Christentreffen) eingeladen, um mit ihr und anderen den Independence Day zu feiern. Ich auf einem Christentreffen. Steph hat mich übrigens auch was mein Englisch betrifft wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgebracht. Sich mit einer waschechten Amerikanerin, noch dazu mit Südstaatenakzent zu unterhalten ist doch ne Schippe schwerer als mit anderen Austauschstudenten oder den Thais. So christlich war das Treffen dann auch gar nicht, eigentlich überhaupt nicht, waren dort doch neben zehn weiteren Amis auch 15 Thailänder, die ganz bestimmt keine Christen waren. Auch so war dieser Abend (zumindest dieser Teil, danach kam das Deutschlandspiel) wirklich lustig. Wir haben viel gespielt, gesungen und auch das Essen war ok (Hot Dogs).
Auch das kommende Wochenende (vier Tage, hier gibt’s mal wieder Feiertage) hat es mal wieder in sich. Ich werde mal wieder zwei Tage bei Sunny pennen. Am Freitag gibt es irgendeine besondere Party, den Samstag einiges in Bangkok zu tun, am Sonntag mit dem Boot zu einem Tempel und anschließend zu einer Insel auf einem See und Montag, Dienstag mit anderen Austauschstudenten nach Kanchanburi um einen der Nationalparks mit dem angeblich schönsten Wasserfall zu besichtigen.
Liebe Grüße nach Deutschland und bitte nicht zuviel trauern.