Montag, Juni 26, 2006

Es ist an der Zeit

So es ist an der Zeit mal ein paar Dinge aus meinem Unileben zu erzählen. Seit jetzt schon fast zwei Wochen hat mein Urlaub hier in Thailand ein Ende gefunden und ich besuche fast täglich Vorlesungen. Meine ursprüngliche Planung mir den Montag und Freitag freizuhalten ging aber leider voll in die Hose, denn dummerweise sind gerade an diesen beiden Tagen die interessantesten Veranstaltungen. Jetzt habe ich einen freien Mittwoch, auch nicht schlecht, aber ein langes Wochenende wäre schon cool gewesen. Naja, nächstes Semester habe ich hoffentlich mehr Glück. Die Kurse für die ich mich entschieden habe sind (alle nicht Maschinenbauer können diese Zeilen überspringen) Turbomachinery, Engineering Economy, Measurement and Instrumentation, Combustion and Emission Control und ein Englischkurs. Das Studieren in Thailand ist aber dummerweise nicht so entspannt wie bei uns. In den Kursen herrschen Anwesenheitspflicht, Uniformpflicht (bisher wusste ich nicht wie gut ich darin aussehe), es gibt Hausaufgaben und immer zwei Prüfungen. Oft gehen auch die Hausaufgaben noch mit in die Endnote ein. Eigentlich ist es ein bisschen so wie wieder in die Schule zu gehen. Die Vorlesungen selbst sind aber gar nicht schlecht und sogar anspruchsvoller als ich es erwartet habe und jede Vorlesung geht immer gleich über drei volle Zeitstunden. Dazu ist allerdings einschränkend zu sagen, dass die Vorlesungen immer Minimum 15 Minuten verspätet anfangen und die 15 Minuten lange Pause auch meist bis zu einer halben Stunde dauert. Mit Pünktlichkeit haben es die Thailänder nämlich gar nicht, aber ich passe mich langsam an. Heute war ich sogar mal nicht der erste im Hörsaal. Seit ein Paar Tagen nehme ich mir jetzt auch einen Pullover mit in die Uni, da ich es leid bin ständig in diesen Kühlschrankräumen vor mich hin zu frieren. Es sieht zwar immer ziemlich doof aus, wenn sich da dieser eine Ausländer im Saal, der ja eigentlich die Kälte gewohnt sein sollte, den Pulli anzieht (sonst macht das nämlich keiner), aber was solls: Besser als frieren. Noch dazu passen meine Pullis so überhaupt nicht zu meiner Uniform. Auch meine Professoren sind alle wirklich in Ordnung, sprechen auch ordentliches Englisch und sind auch so immer sehr bemüht es mir recht zu machen. Zumeist reichen schon ein paar Falten auf meiner Stirn und die Sache wird noch mal erklärt. Auch kennen sie mich jetzt alle mit Namen, grüßen mich immer so lieb, fragen mich ob mir ihre Vorlesung gefällt und wie dies und das den bei uns in Deutschland ist, stellen mir allerdings auch gerne mal Fragen. Also heißt es immer brav aufzupassen und das ist gerade jetzt während der WM doch so schwierig, da ich ja so wenig schlafe. Übrigens zahlen die Thais hier an der Uni für jeden Kurs den sie belegen 200 Euro plus noch mal 1500 Euro fürs Semester und das wo hier doch sonst alles so günstig ist. Und bei uns heulen die Studenten über 500 Euro an Studiengebühren pro Semester, irgendwie schon lächerlich. Aber wir Deutschen heulen halt gerne.

In den ersten zwei Wochen hier an der Uni habe ich auch viele neue Leute kennen gelernt, viele Thais, aber auch andere Austauschstudenten (auch zwei Deutsche), es wird einem hier in Thailand aber auch verdammt leicht gemacht. Die Thais kommen auf einen zu, sind unheimlich neugierig, stellen mir viele Fragen und nehmen mich dann auch immer sehr gerne irgendwo mit hin. Also langweilig wird es mir hier so schnell nicht.

Sonntag, Juni 25, 2006

Football World Cup

Nach dem grandiosen Triumph unserer Jungs im Achtelfinale gestern, wird es doch Zeit mal etwas über meine Weltmeisterschaftserfahrungen aus Thailand zu berichten. Tatsache ist jedenfalls mal, dass mich die WM ganz schön schafft. Seit Tagen komme ich hier kaum noch zum Schlafen, da das neun Uhr Spiel hier dummerweise erst um zwei in der Nacht angepfiffen wird. Dazu kommt dann noch diese verfluchte Pause zwischen den beiden Spielen. Und was soll man schon machen zwischen zwölf und zwei Uhr nachts außer ins Pub zu gehen und zu trinken. Also falle ich hier seit Tagen gegen fünf Uhr morgens, dazu meist betrunken ins Bett.
Toll jedenfalls ist, dass hier tatsächlich alle Spiele übertragen werden. Eigentlich hängen auch in allen Pubs und Restaurants Fernseher, oft sogar Leinwände. Die Spiele gibt’s dann allerdings nur mit thailändischem Kommentar. Aber auch das kann manchmal lustig sein, insbesondere wenn die Kommentatoren versuchen die Namen auszusprechen. Mein absoluter Favorit ist Sweinsteigeeehr. Mal abgesehen von den Namen verstehe ich aber nichts, andererseits kann man sich so auch mal sein eigenes Bild von einem Spiel machen. Es ist dann oft sogar interessant am nächsten Tag einen Bericht über das Spiel zu lesen, zumeist hat man es vollkommen anders gesehen.
Das Deutschlandspiel gestern habe ich in einem Restaurant auf Großbildleinwand verfolgt, da Suns Schwester Geburtstag hatte. Dumm war nur, dass in diesem Restaurant außer mir nur Thais waren und bei Toren für Deutschland mal abgesehen von mir keiner geschrieen hat. Naja, so haben dann auch die letzten mitbekommen, dass da ein Ausländer mit im Restaurant sitzt. Die nächsten Spiele werde ich mir tunlichst wieder mit den anderen Deutschen hier ansehen.

Alles in allem bin ich aber auch traurig im Moment nicht in Deutschland zu sein. Klar kann ich mir hier die Spiel ansehen, aber das WM Fieber will nicht so recht aufkommen. Man kann halt nicht alles haben.

Montag, Juni 19, 2006

Weekendtrip

Kurz vorneweg. Ich habe mir heute ein Boxensystem inklusive Tiefenbasslautsprecher gekauft, so was Geiles hatte ich bisher nicht mal in Deutschland. Jetzt rummst es ordentlich in meinem Zimmer, Koji wird das sicher nicht so cool finden.
Seit Mittwoch bin ich wieder „allein“ in Thailand, denn das Janilein ist weiter nach Australien geflogen und ich glaube, am Ende war er richtig traurig hier wieder wegzumüssen. Irgendwie lässt ich doch jeder von diesem wunderbaren Thailand anstecken und unser letztes gemeinsames Wochenende hatte es auch noch mal in sich. Schon um fünf Uhr morgens sind wir, zusammen mit Koji und 16 Thais zu einem Wochenendausflug aufgebrochen und der hatte es wirklich in sich. Schon auf dem Weg zu unserem Wochenenddomizil haben wir immer wieder angehalten, um verschiedene Dinge zu besichten. Da waren verschiedene Tempel, ein Museum, sogar eine christliche Kirche, ein Schattentheater und einen Floating Market. Das ist etwas besonderes in Thailand, das muss man sich als einen Markt vorstellen bei dem alle Verkäufer in ihren Booten sitzen und von dort aus ihre Waren verkaufen. Irgendwie schon lustig. Auf diesem haben wir dann auch zu Mittag gegessen, selbstverständlich wurde unser Essen auch auf einem Boot zubereitet. Kurze Zeit später erreichten wir dann unsere Unterkunft, ein wirklich wunderschönes Haus, das auf Stelzen gebaut war und direkt am Ufer eines Flusses stand. Am Nachmittag wurde dann viel gespielt, verschiedenste Kartenspiele, bei denen am Ende immer irgendeiner Whiskey trinken musste und auch ein Glückspiel, so ne Art Roulette, bei dem ich richtig Geld gewonnen habe. Ach und Jani und Koji habe eine einstündige Thaimassage bekommen. Jan meinte hinterher zu mir, er glaubte manchmal „sie reiße ihm die Muskeln runter“. Tja, auf die Frage „Willst du die Massage „hard or soft“, hätte er besser mal richtig geantwortet. Am Abend sind wir dann mit dem Boot abgeholt worden und haben weitere Besichtigungen gemacht und auf einem weiteren Markt zu Abend gegessen. Anschließend gab es dann noch eine weitere lange Bootsfahrt, es war jetzt bereits dunkel und am Flussufer konnten wir überall Glühwürmchen bewundern. Übrigens wurde eigentlich ständig viel gesungen, vor allem Sun ist ein sehr begabter Gitarrenspieler. Was an diesem Tag allerdings nicht so dolle war ist, dass ich tags zuvor ziemlich krank geworden bin und sogar im Krankenhaus war. Immer wieder hatte ich Phasen in denen ich hohes Fieber bekommen habe und so lag ich am Samstag auch immer wieder auf einer Matratze vor dem Haus und konnte den anderen nur zuhören. Aber sogar das habe ich unheimlich genossen, die Thais haben ständig nach mir geschaut und sich wirklich rührend um mich gekümmert und am Sonntag ging es mir auch schon wieder besser.
Zum Glück, denn am Sonntag standen unter anderem Cable Ski (so ähnlich wie Wasserski) und Paintball auf dem Programm. Und vor allem letzteres hat richtig Spaß gemacht. Ich wusste gar nicht, dass Krieg spielen so viel Spaß machen kann und das obwohl sie mich bei 35 Grad und Sonne in eine Ganzkörperuniform plus Maske gesteckt haben. Aber es hat sich gelohnt. Auf dem Rückweg nach Bangkok ging es natürlich noch mal zum Essen und anschließend in meine Wohnung. Ich muss sagen, die Thais haben es verstanden Spaß zu haben, denn soviel hatte ich lange nicht mehr.


so viele waren wir

armer kranker Thomas

orginal Thai Massage für Jani und Koji

mit dem Boot zum Markt

bei dem Spiel habe ich sie richtig ausgenommen

Paint Ball
das Spielfeld

mann, war es heiß in diesen Uniformen


Dienstag, Juni 13, 2006

Ko Chang

Da der Jan auf seiner Seite (www.brasiljani.de) schon so fleißig Berichte geschrieben hat, gibts von mir nur ein paar Bilder.

Eine Besonderheit in Thailand. Vor dem Betreten vieler Restaurants, allen Tempeln, allen Wohnungen, sogar manchen Läden und vielem mehr müssen erst mal die Schuhe ausgezogen werden.

Vorsicht, reißender Fluss!

Was für ein wunderschöner Wasserfall und baden darin ist noch viel schöner

Mit unseren "Motorrädern" sind wir in zwei Tagen die komplette Insel abgefahren

Kurze Pause, wegen des Regens

Mittagessen mitten auf dem Meer, denn dieses Restaurant steht auf Stelzen und ist auch nur auf einem Steg zu erreichen

Durch diesen Dschungel mussten wir durch wenn wir noch einen weiteren Wasserfall besichtigen wollten

Und Spinnen gabs da auch, fast tellergroße. Bis wir uns getraut haben durch deren Netz zu kriechen sind bestimmt 10 Minuten vergangen

Yeap, dass Laufen durch den Dschungel ist verdammt anstrengend

Aber unser Mut hat sich gelohnt, dieser Wasserfall war noch schöner als der ersteDas war unser Strand (White Sand Beach), irgendwo da unten war auch unser Hotel

Was für ein Body. Hier waren wir auf unserem Schnorchelausflug.

Ach ja, einen Elefanten haben wir auch getroffen

Montag, Juni 05, 2006

Das ist Leben

Nachdem wir ja bereits gestern auf Ko Chang angekommen sind, die Zeit aber nur noch zum Besuch eines Restaurants und einiger Pubs gereicht hat, wollten wir heute richtig loslegen. Und es ging auch gut los, bei wunderschoenem Wetter fruehstueckten wir direkt am Strand mit Blick ueber das herrliche Meer. Irgendwann hat dann der Jan so etwas gesagt wie, schau mal da drueben da wirds ganz schoen dunkel, aber da hatte es eigentlich auch schon das Regnen angefangen. Das geht hier manchmal so schnell, dass es beinahe unheimlich ist. Und dann immer gleich wie aus Eimern. Und dabei hatten wir doch fuer heute unsere Motorradtour geplant! Aber, dass schoene in Thailand ist, dass es mit dem Regnen meist auch genauso schnell wieder aufhoert. So konnten wir uns noch vor 12:00 aufmachen uns ein Motorrad zu mieten. Ein Motorrad kostete dann ca 2,50 Euro, das sollten wir uns also leisten koennen. Dummerweise bin ich nur noch nie zuvor ein Motorrad gefahren und ich hatte es mir dann doch etwas leichter vorgestellt. Aber nachdem mich Jan dann gut gecoucht hatte, wurde ich immer besser. Auch der Linksverkehr war dann kein Problem mehr. Benzin kauft man sich uebrigens aus Flaschen bei netten Haendlern am Strassenrand. Wenn es nicht dastehen wuerde, ich haette es fuer einen Fruchtsaft gehalten. Was dann folgte war einfach nur noch traumhaft. Wir fuhren, meistens direkt an der Kueste entlang, um die wirklich sehr schoene Insel. Auch das Mittagessen hatte es in sich. Dieses Seafood-Restaurant stand wirklich mitten im Meer (auf Stelzen). Anschliessend machten wir uns mit unseren Motorraedern auf in einen Nationalpark um einen Wasserfall zu besichtigen. Und ich sag euch, so unter einem Wasserfall zu baden, ist ein wirklich einzigartiges Erlebnis. So war unser erster Tag auf Ko Chang doch ziemlich ereignisreich. Jetzt geht es erst mal wieder in eines der zahlreichen Strandrestaurants zum Essen. Das ist Leben...

Freitag, Juni 02, 2006

"Welcome to Thailand"

Diesen Spruch musste sich unser Janilein heute so des öfteren anhören, nachdem er nach und nach die Besonderheiten Thailands kennen lernte. Da wären z.B. eine Abart des Biertrinkens (darauf will ich hier jetzt nicht näher eingehen, da ich ja mal wieder nach Hause kommen möchte), ein urplötzlich einsetzender Wolkenbruch (so stark, wie auch ich ihn hier bisher noch nicht erlebt habe), oder Whiskey trinken und so manch anderes.

Auf jeden Fall habe ich mich riesig auf meine Verstärkung aus Deutschland gefreut, die ich (mit Unterstützung von Mr. Koji) natürlich auch brav vom Flughafen abgeholt habe.

Mehr zu Janis Ankunft auf: www.brasiljani.de