Montag, Februar 26, 2007

"daily life"

Nachdem ich in den letzten Monaten immer über irgendwelche Ausflüge berichtet habe, ist es mal wieder an der Zeit etwas aus meinem „daily life“ zu erzählen. Dort tat sich nämlich was.

Vorne weg: Mein Rückflugsdatum steht. Am 18. April bin ich wieder da. Eigentlich wollte ich schon eine Woche früher zurückkommen, ging aber nicht, da alle Flüge voll waren. Osterferien! Jetzt werde ich auch noch das thailändische Neujahr hier erleben, auch nicht schlecht.

Neuigkeit Nummer zwei: Ich bin umgezogen! Nach 9 Monaten bin ich jetzt endlich da wo ich schon immer hinwollte, im Herzen Bangkoks. Sei es auch nur für zwei Monate. Aber da mein Studium hier schon in zwei Wochen vorbei ist, ich in meiner Freizeit eh meistens in Bangkok bin und ich bald nur noch Freizeit habe, macht das alles auch noch Sinn. Und meine neue Wohnung ist super. Da in dem Haus die Standart und Deluxe Zimmer schon belegt waren, ich jetzt ins Super Deluxe Zimmer eingezogen bin, habe ich es jetzt doch ziemlich schön. Sogar ein Cleaning Service einmal die Woche ist dabei. Der einzige Haken ist, sie ist auch nicht ganz billig. Naja, muss ich den Gürtel hier demnächst eben etwas enger schnallen.

da drin wohne ich jetzt

mein neues Bett, doppelt so groß wie das alte

Der Rest meines Zimmers. Neben dem Sofa gehts ins Bad.

Sonst geht das Gelerne wieder los. Und wie immer fällt es mir hier schwer den Schalter auf Arbeitsmodus umzulegen. Bei den letzten Midterms ist es mir aber mal besser gelungen, zumindest den Resultaten nach. Im Fach Priciples of Management war ich doch tatsächlich Kursbester. Das habe ich seit der Grundschule nicht mehr erlebt. Ich als Ingenieur. Unfassbar! In dem Kurs sitzen sonst fast nur Spezialisten und zusätzlich auch noch fünf andere Austauschstudenten. Jetzt bin ich hier der „Manager“.

Das ist aber noch nicht alles: Meine Schwester kommt noch ein zweites Mal. Schon am 12. März ist sie wieder da und diesmal bringt sie auch noch die Sally mit. Tja, wenn man erst mal von Thailand infiziert ist, kommt man nicht mehr so leicht davon los.

Dann noch etwas zum Wetter. Es war ja hier die ganze Zeit schon heiß, jetzt wird es aber langsam richtig eklig. Also nicht, dass ich euch um eueren Winter beneide, aber hier steigen die Temperaturen immer weiter und das soll bis ich zurückkomme so weitergehen. So bis 45 Grad. Ich glaube, dann werde ich mein klimatisiertes Zimmer nicht mehr verlassen oder noch ein weiteres mal umziehen: An den Strand!

Ansonsten geht hier alles seinen gewohnten Lauf. Unter der Woche erledige ich meinen Unikram und am Wochenende, das bei mir allerdings drei Tage hat, bin ich zumeist unterwegs. Dieses Wochenende war ich auf einem Floating Market in einer nahe gelegenen Provinz, deren Namen ich natürlich vergessen habe. Das Wochenende davor war chinesisches Neujahr. Und da in Bangkok mehrere Millionen Chinesen leben, wurde dies auch ausgiebig gefeiert. Gleich drei Tage lang ging zumindest in China Town gar nichts mehr

Chinesisches Neujahrsfest - Menschenmassen in Chinatown

ebenso in Chinatown

Dies ist ein Restaurant in Chinatown. Spezialität sind Haiflossen.

so sieht ein Floating Market aus

meine Eltern in Thailand, zweiter Teil (Bilder)

meine Mom auf Ko Mak



Ko Kood



der Königspalast in Bangkok

die berühmt berüchtigte Khao Sun Road. Unter anderem berühmt durch den Film "The Beach"

Faxen vor dem Tempel Wat Arun

das Siam Paragon, die Luxus Mall Bangkoks

einer der Stände in Chinatown

am Eingang zum Nationalmuseum: Neben uns wollten auch noch ein paar Mönche die Ausstellungen besichtigen

Donnerstag, Februar 15, 2007

meine Eltern in Thailand, zweiter Teil

Auch wenn mich meine Eltern traurigerweise schon vor zwei Wochen verlassen haben, werde ich jetzt trotzdem noch den Bericht von ihrer restlichen Zeit hier nachliefern, auch wenn ich die meiste Zeit davon leider gar nicht dabei war. Von den letzten 13 Tagen hier in Thailand haben meine Eltern nämlich 9 auf den wunderschönen Inseln Ko Mak, Ko Kham und Ko Kood verbracht. Drei Inseln in neun Tagen, nicht schlecht wie ich finde. Dass meine Eltern mal zu Inselhoppern werden würden, habe ich mir auch nicht träumen lassen. Den Anfang machte Ko Mak, in einem Resort dass ich schon vorher für sie gebucht hatte. Und eigentlich lief alles perfekt. Sogar die Anreise haben sie gemeistert, obwohl ich da größte Sorgen hatte. Mit dem Skytrain zum Busterminal, mit dem Bus nach Trat, mit dem Taxi zum Pier und schlussendlich mit dem Speedboat nach Ko Mak. Und obwohl mein Vater zunächst die Hälfte seines Gepäcks im Bus gelassem hatte und die Txifahrt zweimal machen musste, haben sie das super hinbekommen. Immer wenn ich bei meinen Eltern anrief, kam immer nur: Insel toll, Essen gut, Leute nett, Wetter total angenehm, … , bis zum Morgen der Abreise von Ko Mak. An jenem Morgen, um 13:00 ging ihr Boot nach Ko Kood, ruft mich mein Paps an und teilt mir mit, dass seine Kreditkarte weg ist und er das Hotel nicht bezahlen kann. Er hätte sie wahrscheinlich in dem Automaten am Sommerpalast in Bangkok stecken lassen. An eben diesem Automaten hatte er mich damals genervt gefragt, warum man denn hier einen PIN zum Geld abheben braucht, sonst wäre das nicht nötig gewesen. Wie gut, dass es in Thailand anders ist. Naja, auf jeden Fall steckten meine Eltern auf Ko Mak fest, kein Geld, keine Kreditkarte, keine Zeit, was tun…

Zunächst mal habe ich beim Kreditkartenunternehmen angerufen um die Karte sperren zu lassen. Und das ließ sich auch toll an, die Frau sprach fließend English, das sollte ein Klacks sein. Doch dann stellte sie mir die Frage, die sie mir besser nicht gestellt hätte. „Ach sie sind Deutscher, wollen sie nicht mit jemandem sprechen der Deutsch spricht?“ Und schon hatte ich einen Asiaten (!!!) am Apparat, der mit mir Deutsch sprach oder zumindest zu sprechen versuchte. Nach einer halben Stunde Kommunikationsschwierigkeiten war die Karte aber gesperrt. Als nächstes bin ich dann zu einer Bank gerast, um dem Hotel meiner Eltern einen Haufen Geld zu überweisen: Zum Bezahlen der Rechnung und Geld für ihren weiteren Urlaub das ihnen der Hotelbesitzer dort netterweise bar ausbezahlt hat. Welch Glück, alle Probleme gelöst, meine Eltern hatten wieder Geld, ihr Boot haben sie erwischt und wie sich später herausstellte, hat auch niemand mit der Karte Dummfug getrieben. Doch das war noch nicht alles. Am selben Tag telefoniere ich mit meiner Schwester und die erzählt mir dass es im Hause Ullrich in Nürnberg einen Wasserrohrbruch gegeben hat. Im Keller stand nämlich wegen der Katze das Fenster offen und der Wasserzähler war nicht weit davon entfernt. Das es nicht zur Katastrophe kam, ist nur meiner Schwester und dem Felix zu verdanken, die mit dem richtigen Krisenmanagement die Situation gemeistert haben. Das passiert jetzt übrigens den zweiten Winter in Folge, mal sehen, vielleicht bleibt das Fenster nächstes Jahr geschlossen. Aber meine Eltern verdauten auch diese Schicksalsmeldung und genossen den Rest ihres Inselurlaubs.

Zurück in Bankok und gut erholt, wurde die restlichen vier Tage ein straffes Kulturprogramm durchgezogen. Grand Palace, Wat Po, Wat Arun, Marmortempel, China Town, Nationalmuseum, Lumpini Nachtmarkt, Khao Sun Road, diverse Einkaufszentren, … . Nur eine Sache muss ich noch zusätzlich erwähnen, da sie mir gar so viel Freude gemacht hat. Am Abend bevor meine Eltern Grand Palace und Wat Po besuchten, habe ich ihnen eindringlich gesagt, dass um diese Anlagen viele Typen rumrennen, die einem erzählen, dass sie heute aus diesem und jenem Grund geschlossen sind und einem daraufhin anbieten einen woanders hinzufahren. Das Tuk Tuk steht dafür dann auch immer schon bereit. Und als ich am darauffolgenden Tag meine Eltern anrufe, erzählen sie mir doch tatsächlich, dass sie zuerst zum Marmortempel sind, da Grand Palace am Vormittag geschlossen hätte. Mit dem Tuk Tuk natürlich. Das hätten ihnen gleich zwei Männer dort mitgeteilt…

Am letzen Abend waren wir dann noch einmal alle gemeinsam in meiner Wohnung, aus der meine Eltern schlussendlich trotz dem dass sie für einen etwas längeren und vor allem kälteren Urlaub gepackt hatten (ich glaube allein meine Mutter hatte sieben Pullover plus drei Decken dabei) so einiges von meinem Kram hier mit nach Deutschland nehmen konnten.

Mittlerweile sind meine Eltern leider wieder in Deutschland, wir hatten aber eine tolle Zeit hier. Und wirklich großen Respekt, dass die den weiten Weg hier hergefunden haben, was weiß Gott nicht selbstverständlich ist. Und auch so haben sie super durchgehalten, keine Probleme mit Klima oder Essen oder sonst irgendwas. Am Ende war sogar ich derjenige dessen Magen gestreikt hatte. Und meine Mama hat sich sogar im Ausland rührend um mich gekümmert.