Sonntag, November 26, 2006

Whining, Bitching and Moaning

Wenn man fuer so eine lange Zeit ins Ausland geht wie ich das gerade mache, lernt man neben einem neuen Land, vor allem auch viel ueber sein eigens Land. Gerade die Finnen hier lieben es mir immer wieder zu sagen, wenn ich mich mal wieder Deutsch verhalte. Und wenn man mich fragt, was ich an Thailand am meisten liebe oder an Deutschland am meisten hasse, ist meine Antwort immer, dass die Leute hier nicht ueber alles und jeden weinen. Und dabei geht es den meisten hier viel schlechter als uns in Deutschland. Und als ich gestern Nacht nach Hause kam und noch bei Toni (einem der Finnen hier) vorbeischaute, zeigte er mir den jetzt folgenden Artikel von Spiegel Online eines Deutschen der jetzt schon eine Weile in den USA lebt. Und dieser Artikel könnte so auch von mir sein. Aber lest selbst.


Germans love to complain. Indeed, if you listen closely, it seems as though the country is about to completely fall apart by day's end. But why?

I have been living in the US for about seven years now, and if there's one thing I dread when I go home to visit Germany, it's the complaining. I had never realized how much Germans love to complain until I moved away.

The complaints range from the small, which are occasionally understandable, to the large, which tend never to make any real sense at all. If you go to Germany you will definitely be subjected to hours and hours of complaints, especially if you dare to disagree. And let the normally on-time trains be just a few minutes late and you'll hear a chorus of smug comments about how terrible the German train system is. If it's on time, they'll complain about the food, the seating, the crowds, the loud children, the air, the conductors -- even the noise in what are very likely the quietest trains in the world.

The most popular complaint is that everything in Germany is simply going downhill -- everything is getting worse and worse. It's the worst national soccer team in living memory (never mind that they said the same thing in 2002 and the German team landed in the final). The country is in utter disrepair. Taxes are too high. Politicians are too incompetent and too complacent. The list goes on and on.

And let's be honest: a certain amount of complaining would be understandable, even acceptable, if Germans had any real reason to complain. But for the most part, they don't. Unlike in the US, there aren't giant potholes in the streets, public transportation exists and is generally extremely reliable, everybody has health insurance, people have four to eight weeks of paid vacation, and politicians aren't any more incompetent than anywhere else.

Interestingly, though, if you bring this to a German's attention, they'll immediately agree that they complain too much. And then will defend their point of view. They'll start telling you why they see everything so negatively. There's no convincing them otherwise.

For visitors, this national pastime can be strange, because it makes it seem like there are two Germanies: There's the positive, clean, efficient, functioning country that visitors see -- and there's this incredibly awful place the locals live in -- with no real overlap between the two of them. So when you go to visit Germany, don't even try to understand what Germans are complaining about. Just listen, nod, and order yourself another delicious beer.

Ja, so sind wir, wir Deutschen.

Montag, November 20, 2006

soooooo langsam

Bevor ich mich dem eigentlich relevantem zuwende muss ich erst mal Dampf ablassen. Vor zwei Wochen habe ich mein Notebook hier zum Toshiba Service gebracht, da der Bildschirm andauernd flackerte. Ich glaube weil zwischenzeitlich Ameisen in meinem Notebook wohnten. Und als ich es dort ablieferte dachte ich auch noch, wie wunderbar, Toshiba hat echt tollen Service, sogar in Thailand. Drei Wochen und bestimmt zehn Telefonate spaeter bin ich schlauer. Nicht nur, dass es schon vor zwei Wochen haette fertig sein sollen, vor einer Woche bekam ich einen Anruf, also zwei Wochen nach Ablieferung, dass das alles nicht so einfach ist, da es sich bei meinem Notebook um ein europaeisches Modell handelt. Nach zwei Wochen haben sie das also auch festgestellt! Und gestern bekam ich einen weiteren Anruf! Es wird noch weitere zwei bis vier Wochen dauern, da sie Teile aus Europa bestellt haben. Vier Wochen!? Fahren die die Teile mit dem Fahrrad hier her? Das ist Thailand. Ein wunderbares Land, nur liebe Leute, aber soooo langsam. Ich bin ja eigentlich geduldig. Aber hier braucht eine Kassiererin im Supermarkt um drei Kunden zu bedienen die jeweils einen Artikel haben eine halbe Stunde. Ich glaube eine Aldikassiererin wuerde hier die Arbeitsplaetze von 20 Leuten zerstoeren. Gut ist aber, dass in Thailand dann dort im Supermarkt auch 20 Leute arbeiten. Ich glaube in Thailand passiert es nicht oft, dass in einem Laden mehr Kunden als Angestellte sind. Hier bekommt man dann als Kunde auch noch Service. Bis dahin, dass die einem seine Einkaeufe zur Kasse tragen. Also toller Service, aber schneller gehts dadurch nicht. Tatsache ist jedenfalls, dass ich jetzt schon seit drei Wochen und wohl noch mindestens vier weitere Wochen keinen eigenen Computer mehr habe und mich jetzt hier an Anne’s Notebook mit einer Thaitastatur und noch viel schlimmer ohne Rechtschreibkorrektur rumquaelen muss.Der unterringelt mir jedes Wort. Und noch dazu kann ich doch gar nicht mehr schreiben in Deutsch.
Jetzt zum eigentlichen Bericht. Seit einer Woche bin ich wieder am Studieren und nach langem hin und her habe ich mich auch fuer vier neue Kurse entschieden. Refrigeration and Air conditioning, Principles of Management, System Simulation and Technical Writing. Die Anmeldung dieser war aber nicht ganz einfach. Zumindest gab mir die Dame im Registration Office schon nach kurzer Zeit mein Anmeldeformular zurueck mit dem Hinweis ob ich denn mal meine Pruefungstermine zwecks "time crash" gecheckt haette. Natuerlich nicht! Jedenfalls fallen bei mir drei Pruefungen von jeweils drei Stunden Laenge auf einen Tag und zwei davon sind auch noch zur selben Zeit. Und damit nicht genug, die vierte und letzte Pruefung ist genau einen Tag davor. Aber, zwecks Mangel an Alternativen, werde ich das jetzt machen. Das laeuft hier dann so ab, dass ich diesen Pruefungstag in einem Raum verbringen werde, den ich nicht verlassen darf und dort eine Pruefung nach der anderen schreibe. Macht dann zusammen neun Stunden Pruefung am Stueck. Ich hoffe die lassen mich mal aufs Klo gehen zwischendurch. Ach und der "Pruefungszeitraum" ist fuer mich auch schon nach zwei Tagen wieder vorbei, dass alles findet naemlich gleich an den ersten beiden Tagen statt.
Dann noch zur letzten Woche meines einmonatigen Urlaubs, der jetzt leider schon seit einer Woche vorbei ist. Unglaublich wie schnell das ging. Nach acht Tagen Nordthailandrundreise und vier Tagen in Sunny’s Provinz habe ich die letzte Woche im Sueden Thailands verbracht. Drei Tage in Krabi und vier Tage auf Phi Phi Island. Und das war schon schoen. Zwar ist man dort nicht mehr wirklich in Thailand - mal abgesehen vom arbeitenden Personal und dass man ja eigentlich in Thailand ist, ist dort nichts thailaendisch- aber man kann schon verstehen warum so viele Touries hier herkommen. Manche der Straende dort haben sich die Bezeichnung Traumstrand wirklich verdient. Auch die Landschaft um die Straende herum ist oft traumhaft. Aber leider werden diese Traumstraende eben auch touristisch vermarktet. So war das auch eine teure Woche fuer mich. Ach und die eine Thai, die mit uns dabei war, musste dort ganz selbstverstaendlich in Restaurants die englische Speisekarte lessen und wurde auch so oft auf English angesprochen. Warum auch erwarten dass sie Thai ist, wenn es dort doch sonst nur Touries gibt. Aber die Woche war dennoch toll und wir haben sie auch in vollsten Zuegen genossen. So ein wenig haben wir auch dass europaeische Essen, vor allem das Fruehstueck vermisst und das gab es dort ueberall.
In Phi Phi und Krabi habe ich auch zum ersten Mal die Auswirkungen des Tsunamis sehen koennen, der dort 2004 mit voller Wucht eingeschlagen hat. Ueber Phi Phi sagt man ueberraschenderweise, es sei nach dem Tsunami schoener als zuvor, da viel von dem was hotelwuetige Bauunternehmer verschandelt hatten, weggespuelt wurde und bis jetzt nicht wieder aufgebaut wurde. Auch sonst hatte ich das Gefuehl, dass sich diese Orte ganz gut vom Tsunami erholt hatten. In Krabi allerdings wird auch noch sehr viel gebaut und auch vor allem einer der beruehmten Straende dort war vollkommen verschandelt.
Fuer die naechsten Wochen ist soweit nichts grossartiges geplant. Natuerlich hin und wieder Ausfluege uebers Wochenende, aber keine einwoechigen Urlaube mehr. Das Unileben hat mich wieder. Und wir wissen auch immer noch nicht, was an Weihnachten mit uns passiert, das Fest an dem wir Auslaender hier unser Zuhause ganz besonders vermissen warden. Fest steht nur, dass es ein europaeisches, vermutlich finnisches oder deutsches Weihnachten wird, so heimatverbunden sind wir doch dann auch noch.